5. Kapitel Nach Ostland geht der Ritt . . . Nach kaum 2 Wochen Ausbildung wurde Paul mit einem neuen Funktrupp zur 170. Infantrie division (ID) in Michalowka (oder Michalowski) an der Bahnlinie zwischen Mga und Volkhov in Marsch gesetzt. Die 170. ID war im Einsatz suedlich des Ladoga Sees um den bereits abgeriegelten Entsatzungsversuch der Russen in Richtung Schluesselburg und Leningrad zu beseitigen. . . . Als Paul an einem schoenen Sommertag friedlich auf dem Donnerbalken sass und versuchte, seine Kehrseite durch hochfrequentes Faecheln mit einer Frontzeitung mosquitofrei zu halten, hatte Ivan anscheinend etliche 7,5 cm Granaten zu viel und versuchte damit Pauls Andacht zu stoeren. Paul hoerte wie die Einschlaege langsam naeher kamen und beeilte sich das Noetigste kurzfristig zu beenden, doch blieb ihm nicht genuegend Zeit, seine Hose ganz anzuziehen. Er hielt sie mit einer Hand und sauste blitzartig quer ueber die Bahngleise auf den Bunker zu. Als er auf der obersten Stufe zum Bunkereingang ankam, knallte es auf der anderen Seite des Bahndamms, und der Luftdruck warf ihn die vier Stufen herunter und durch die Bunkertuer. Er hielt immer noch krampfhaft seine Hose fest und versuchte wieder Haltung zu gewinnen, waehrend ihm Blut aus dem Mund lief. Er hatte anscheinend mit seiner Schnauze die Tuere aufgemacht. Natuerlich begleitete schallendes Gelaechter sein Entree, und er fluchte gottserbaermlich: "In diesem gottverdammten Krieg kann man nicht mal in Ruhe scheissen" sagte er und suchte nach seinem Taschentuch, um sich das Blut vom Kinn zu wischen. Der Unteroffizier sagte, na Paul, du bist die 100 m in Weltrekordzeit gerannt, aber ohne Hose wird das nicht anerkannt. Dann versuchte er erst mal festzustellen warum und wo er blutete und stellte fest, dass er sich die innere Oberlippe wahrscheinlich an den Schneidezaehnen aufgerissen hatte. Was ihn von da an mit einer, wie die Englaender sagen, "stiff upper lip" segnete . . . |
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