6. Kapitel Warten auf das Ende in Kurland . . . An seinem 21. Geburtstag am 16. Dezember 1944, fing Paul die Nachricht von der Ardennenoffensive auf, und alle fassten sich an den Kopf und fragten, warum wichtige Verbaende und Kriegsmaterial dort vergeudet wurden, die fuer die Verteidigung der Ostfront wesentlich notwendiger gewesen waeren. Paul wurde ausserdem zum Obergefreiten befoerdert, was ihn masslos erheiterte. Er hatte sich fuer 4 Jahre verpflichtet und mehr als 3 Jahre waren davon schon rum. Paul hoffte ganz laut, dass er nicht mehr als seine Verpflichtungszeit abdienen muesse. Seine Kumpels lachten nur darueber und sagten: "Na Paul du wirst wohl noch ein paar extra Jahre als Kriegsgefangener dranhaengen muessen." Das gab Paul zu denken, denn er kam zur Ueberzeugung, dass sie sehr wahrscheinlich Recht hatten. Paul fing nach dieser Unterhaltung an, sich in zunehmendem Masse mit diesem Gedanken zu beschaeftigen und suchte nach einem Ausweg aus der Lage. . . . Das Ende ist da. . . Nachdem ihnen das Ende des Krieges und die Kapitulation der Festung Kurland am 8. Mai 1945 bekannt gegeben wurde, trat nun allgemeine Ruhe ein, und jeder versuchte sich vorzustellen, was folgen wuerde, und welche Konsequenzen es fuer jeden persoenlich haben wuerde. Was Paul nicht verstand war, warum das fuer viele Landser ueberhaupt eine Frage war. Deutschland hatte den Krieg schon lange verloren, und diese Frage existierte fuer ihn nicht mehr. Fuer Paul war es klar wie Klossbruehe, dass sie alle in Gefangenschaft marschieren wuerden, und fuer ihn persoenlich gab es nur die eine Frage, wie er sich als Einzelperson aus den unvermeidlichen Kurland Konsequenzen entziehen konnte. . . . Mein Rucksack ist gepackt. . . Der Verbindungstrupp war unabhaengig von der 12.Panzer division der sie zugeteilt waren, und sie konnten zur Kompanie in Libau zurueckfahren oder irgendeine andere Loesung finden. Paul, der sich in englischer Sprache mit Oberleutnant von Collins ueber seine Plaene unterhalten hatte, liess nun seine Bombe in deutsch platzen, indem er dem Rest der Gruppe mitteilte was sein Plan war. Paul bemerkte, wenn ihn die Ivans fuer ihre Gulags brauchten, dann muessten sie ihn erst mal einfangen. Er wuerde sich alleine auf den Marsch nach Deutschland begeben und sein Rucksack sei gepackt. . . . |
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